Herzlichen Dank für diese Frage und die Einladung zum Kommentar:
Für mein Empfinden differenziert dein Text einzelne Taiji-Erscheinungsformen
und nennt verschiedene mögliche Kontexte und Modelle zur Erfahrung
und Einordnung dieser Erscheinungsformen, wobei die Erscheinungsformen
nicht Taiji selbst sind, sondern Ausdruck von Taiji (und so schlussendlich wiederum
wohl auch Taiji sind: So wie das Lachen eines Menschen nicht die Freude selbst allein ist,
aber doch ein von aussen einfach sichtbarer Teil im Ausdruck dieser Freude ist).
Dein Text hat in mir die Frage aufgeworfen: Was ist Taiji für mich persönlich
und was ist Taiji für mich inmitten der Erscheinungsformen?
Als ich anfing mit «Taiji» stand für mich der Ausdruck Taiji als Name
für die Bewegungsabläufe, die ich einmal in der Woche in der Gruppe übte.
Etwas später habe ich erfahren, dass das Wort Taiji auch als Name für das bekannte
schwarzweisse Symbol von Yin und Yang steht.
Unterdessen ist der Ausdruck Taiji für mich an einem Punkt, wo er für mich auf der
gleichen Ebene ist wie das, was ich Empfinde, wenn ich «das Leben, das Lebendige« sage.
Das Wort Taiji ist für mich zu einem Namen geworden für das Erleben des Erleben.
Taiji ist für mich wie ein Zustand.
Ein Zustand, den man nicht selber einnehmen muss, da man ihn bereits ist,
da dieser Zustand in allem bereits ist, immer war und immer sein wird.
Ein Zustand, dessen klares, reines Erleben vielleicht überdeckt wurde
(und trotzdem auch in all diesen Überdeckungen erscheint).
Taiji ist wie die Basis, der Kern, die Essenz, die zu Grunde liegende Urnatur des Lebens.
Taiji ist die Kraft, die das Leben lebendig sein lässt.
Taiji ist wie das, was sich lachend, staunend, spielend
und davon erzählend die Frage stellt: Was ist Taiji auch noch?
(Kommentare und Kritik zu diesem Kommentar auch willkommen)